CORPORATE FINANCE
Stand: Januar 2017

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CF vom 30.01.2017, Heft 01-02, Seite 3 - 7, CF1224399
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Droht Banken die feindliche Übernahme durch FinTechs?

– Eine Bewertung der Wettbewerbssituation aus Sicht der Neuen Institutionenökonomik –

Prof. Dr. Peter Scholz

Prof. Dr. Peter Scholz ist verantwortlich für den Schwerpunkt Banken und Finanzmärkte und Leiter des Hamburg Institute of Banking (HIB) an der Hamburg School of Business Administration (HSBA) in Hamburg.

FinTechs traten in jüngerer Vergangenheit häufig mit dem Ziel auf, den Bankensektor zu revolutionieren. Disruptives Potenzial dürfte in Deutschland aber nur selten entstehen. Die Neue Institutionenökonomik liefert Hinweise, in welchen Geschäftsbereichen FinTechs der Wettbewerb leichter fallen dürfte und in welchen Marktsegmenten es besonders schwierig werden könnte. Gelingt es den Start-ups nicht, Kundenvertrauen zu erlangen und echten Mehrwert zu bieten, dann sind Kooperationen mit Banken vielversprechender als Alleingänge.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Warum gibt es überhaupt Banken?
  • III. Betrachtung der unterschiedlichen Geschäftsfelder
    • 1. FinTechs und Adverse Selection im Kreditgeschäft
    • 2. Moral Hazard bei der Eigenkapitalfinanzierung
    • 3. Zahlungsverkehr zwischen Big Data und der Datenkrake
    • 4. Crowd Intelligence, Social Trading und Robo Advisor
  • IV. Zusammenfassung: Mehrwert und Kundennutzen der FinTechs als entscheidendes Kriterium

I.Einleitung

„Banking is necessary. Banks are not!” Dieses Zitat von Dick Kovacevich, dem ehemaligen CEO von Wells Fargo, wird gerne als Schlachtruf in der Digitalen Revolution der Finanzindustrie genutzt. Junge, aufstrebende Start-ups aus der Finanzbranche, die sog. FinTechs (kurz für Financial Technologies), drängen mit Selbstbewusstsein in den angestammten Markt der Banken. In nahezu allen Geschäftsbereichen wird versucht, mit innovativen Geschäftsideen Wettbewerb zu erzeugen: im Kreditgeschäft mit Privatkunden (z.B. P2P-Lending), bei der Unternehmens- oder Projektfinanzierung (z.B. Crowdfunding), im Zahlungsverkehr (z.B. Mobile Payment) sowie bei der Kapitalanlage (z.B. Social Investing). Die fortschreitende Digitalisierung und die weite Verbreitung mobiler Endgeräten machen technisch vieles möglich. Und das Bedürfnis nach Finanzdienstleistungen wird auch in Zukunft unbestreitbar vorhanden sein. Die Frage ist also nur, wer sich langfristig durchsetzen wird: FinTechs oder doch die Banken?

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