CORPORATE FINANCE
Stand: März 2019

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CF vom 25.03.2019, Heft 03-04, Seite M1, CF1299127
Corporate Finance > Editorial

Lieber Leserinnen und Leser,

Dr. Jens Kengelbach / Prof. Dr. Reinhard Meckl

Dr. Jens Kengelbach

Prof. Dr. Reinhard Meckl

auch wenn die Indikatoren für 2019 nicht mehr ganz so euphorisch sind wie in den letzten Jahren, M&A hat sich als wichtiges Instrument der strategischen Unternehmensführung auch in Deutschland etabliert, was durch das anhaltend hohe Niveau der Transaktionen, sowohl was die Anzahl als auch das Volumen betrifft, bestätigt wird.

Betrachtet man die aktuellen Paradigma der wirtschaftlichen Entwicklung, wie z.B. technologische Disruptionen (Digitalisierung!) oder die weitergehende Internationalisierung, so ist die hohe Relevanz von M&A auch wenig verwunderlich. Die Notwendigkeit neue Fähigkeiten zum Aufbau von (teil-)digitalisierten Geschäftsmodellen zu erlangen lässt viele Unternehmen nach geeigneten Kaufobjekten Ausschau halten. Unsicherheiten im Hinblick auf die Rahmenbedingungen im Außenhandel vor allem mit den USA fördern Überlegungen bei international tätigen Unternehmen durch Direktinvestitionen, auch in Form von M&A, Präsenz und Wertschöpfung vor Ort zu erreichen.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen erschien es an der Zeit, mal wieder ein Themenheft M&A als Ausgabe der CORPORATE FINANCE zu erstellen. Das Ziel des Themenhefts ist es, sie über die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich zu informieren und Ihnen zu zeigen, welche Konzeptionen und Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Der erste Beitrag „Ein digitales End-to-End-M&A-Prozessmodell“ nimmt gleich das oben erwähnte Technologiethema „Digitalisierung“ auf. Feix entwickelt eine Konzeption, wie M&A im Zeitalter der Digitalisierung durchgeführt werden sollte. Keienburg/Kengelbach/Mehring/Sievers zeigen, dass die Kommunikation von Synergien zum Übernahmezeitpunkt die Kapitalmarktreaktionen positiv beeinflusst. Ein altbekanntes Instrument aus der Strategieentwicklung wendet Büchler im Beitrag „Business Wargaming in der Screening-Phase des M&A-Prozesses – Praxisbeispiel aus der Automobilindustrie“ an. Die Anwendung dieser dynamischen, spieltheoretischen Methodik zeigt ihre Vorteile gerade beim Eintritt in neue Marktsegmente.

Der juristische Teil des Themenhefts beginnt mit einer Bestandsaufnahme zu „Aktuelle Entwicklungen bei Public M&A-Transaktionen in Deutschland“ durch Horcher/Meyer. Hier wird z.B. über die neuen Trends in der Transaktionsstrukturierung berichtet. Möglichkeiten der „Variable Angebotsgegenleistung bei öffentlichen Übernahmen“ zeigen Berrar/Schnorbus. Nach einigen Jahren der Etablierung des Themas Compliance in der Unternehmensführung ist es an der Zeit die Umsetzung dieses Themenfelds bei M&A zu prüfen, was Knauer/Knauer/Wagenknecht/Wagener durch die empirische Untersuchung „Die Ausgestaltung und Bedeutung der Compliance Due Diligence bei Unternehmenstransaktionen“ übernehmen. Die empirische Relevanz eines relativ neuen Themas behandeln Sommer/Winter/Knauer mit dem Beitrag „Gewährleistungsversicherungen bei M&A-Transaktionen“. Die Ziele und die Leistungsfähigkeit dieses Versicherungsprodukts werden hier thematisiert.

Wir wünschen Ihnen eine ertragreiche Lektüre und hoffen, dass Sie das vorliegende Themenheft M&A bei ihren Entscheidungen für die Zukunft unterstützen kann!

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